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Immobilienwissen

Immobilienlexikon A–Z

Fachbegriffe aus Verkauf, Bewertung, Grundbuch und Finanzierung – verständlich, sorgfältig und ohne unnötigen Jargon erklärt.

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77 Begriffe

A

  • Abgeschlossenheitsbescheinigung

    Bescheinigung der Baubehörde, dass eine Einheit baulich von anderen Einheiten getrennt ist. Sie wird benötigt, um Wohnungseigentum im Grundbuch anzulegen.

  • Annuität

    Gleichbleibende Rate eines Annuitätendarlehens aus Zins und Tilgung. Während der Zinsanteil sinkt, steigt der Tilgungsanteil.

  • Auflassung

    Notariell erklärte Einigung von Käufer und Verkäufer über den Eigentumsübergang. Sie bildet die Grundlage für die spätere Umschreibung im Grundbuch.

  • Auflassungsvormerkung

    Eintrag im Grundbuch, der den Anspruch des Käufers auf Eigentumsübertragung sichert. Er schützt den vereinbarten Erwerb bis zur endgültigen Umschreibung.

B

  • Baulast

    Öffentlich-rechtliche Verpflichtung eines Grundstückseigentümers gegenüber der Baubehörde, etwa zur Duldung einer Zufahrt. Sie steht im Baulastenverzeichnis und sollte vor dem Kauf geprüft werden.

  • Bauträger

    Unternehmen, das ein Bauvorhaben auf eigenem oder erworbenem Grundstück entwickelt und Einheiten an Käufer veräußert. Verträge verbinden häufig Grundstückskauf und Bauleistung.

  • Beleihungswert

    Vorsichtig ermittelter Wert, den ein Kreditinstitut bei der Besicherung einer Finanzierung ansetzt. Er kann vom aktuellen Marktwert abweichen.

  • Bereitstellungszins

    Entgelt für einen zugesagten, aber noch nicht abgerufenen Darlehensteil. Es kann vor allem bei schrittweise ausgezahlten Baufinanzierungen relevant werden.

  • Bodenrichtwert

    Vom Gutachterausschuss ermittelter durchschnittlicher Lagewert für Grund und Boden. Er ist eine Orientierung und kein individueller Verkaufspreis.

C

  • Courtage

    Anderes Wort für Maklerprovision. Sie wird bei erfolgreicher Vermittlung entsprechend der getroffenen Vereinbarung und den gesetzlichen Vorgaben fällig.

D

  • Denkmalschutz

    Schutzstatus für kulturhistorisch bedeutsame Gebäude. Veränderungen können genehmigungspflichtig sein; zugleich können besondere Förder- oder Steuerregeln gelten.

  • Dienstbarkeit

    Im Grundbuch gesichertes Recht, ein fremdes Grundstück in bestimmter Weise zu nutzen, etwa als Wege-, Leitungs- oder Wohnrecht.

  • Disagio

    Abschlag vom Darlehensbetrag, der bei Auszahlung einbehalten wird. Er wirkt wirtschaftlich wie vorausbezahlter Zins und gehört in den Gesamtkostenvergleich.

E

  • Effektiver Jahreszins

    Jährlicher Prozentsatz, der den Sollzins und bestimmte weitere Kreditkosten zusammenfasst. Er erleichtert den Vergleich ähnlich strukturierter Finanzierungsangebote.

  • Eigenkapital

    Eigene Mittel, die ein Käufer in den Erwerb einbringt. Höhe und Herkunft beeinflussen Finanzierungsspielraum und Kreditkonditionen.

  • Energieausweis

    Dokument mit Kennwerten zur energetischen Qualität eines Gebäudes. Welche Art benötigt wird und wann sie vorzulegen ist, hängt vom Gebäude und den gesetzlichen Vorgaben ab.

  • Erbbaurecht

    Zeitlich begrenztes Recht, auf einem fremden Grundstück ein Gebäude zu besitzen oder zu errichten. Dafür wird üblicherweise ein Erbbauzins vereinbart.

  • Erbengemeinschaft

    Mehrere Erben verwalten den Nachlass gemeinsam. Entscheidungen über eine geerbte Immobilie erfordern deshalb abgestimmtes Vorgehen und klare Vollmachten.

  • Erschließungskosten

    Kosten für die Anbindung eines Grundstücks an öffentliche Infrastruktur wie Straße, Wasser oder Kanal. Offene Beiträge sollten vor Kauf oder Verkauf geklärt werden.

  • Ertragswertverfahren

    Bewertungsverfahren, bei dem nachhaltig erzielbare Erträge und der Grundstückswert im Mittelpunkt stehen. Es wird häufig bei vermieteten Objekten eingesetzt.

  • Exposé

    Strukturierte Verkaufsunterlage mit Bildern, Grundrissen, Objektangaben und Beschreibung. Inhalte sollten vollständig, verständlich und überprüfbar sein.

F

  • Faktor

    Verhältnis von Kaufpreis zu Jahresnettokaltmiete. Der Wert dient als schnelle Vergleichsgröße, ersetzt aber keine vollständige Prüfung von Kosten, Zustand und Ertrag.

  • Finanzierungsbestätigung

    Schriftliche Einschätzung eines Kreditinstituts oder Finanzierungsvermittlers, dass eine Finanzierung grundsätzlich darstellbar erscheint. Umfang und Verbindlichkeit können variieren.

  • Flurkarte

    Amtliche Kartendarstellung von Flurstücken, Grundstücksgrenzen und Lagebezeichnungen. Sie gehört zu den wichtigen Unterlagen bei Prüfung und Finanzierung.

G

  • GEG

    Gebäudeenergiegesetz. Es bündelt Regeln zur energetischen Qualität von Gebäuden und zur eingesetzten Anlagentechnik. Für den Einzelfall zählt die jeweils geltende Fassung.

  • Gemarkung

    Bezirk des Liegenschaftskatasters, der mehrere Flurstücke umfasst. Zusammen mit Flur und Flurstück hilft er, ein Grundstück eindeutig zu bezeichnen.

  • Geschossflächenzahl

    Die Geschossflächenzahl (GFZ) beschreibt das Verhältnis der zulässigen Geschossfläche zur Grundstücksfläche. Maßgeblich sind Bebauungsplan und Baurecht.

  • Grundbuch

    Amtliches Register mit Angaben zu Eigentum, Grundpfandrechten und weiteren Rechten an Grundstücken. Einsicht ist nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen möglich.

  • Grunderwerbsteuer

    Steuer, die beim Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie anfällt. Der Satz und mögliche Ausnahmen richten sich nach Standort und Einzelfall.

  • Grundflächenzahl

    Die Grundflächenzahl (GRZ) gibt an, welcher Anteil eines Grundstücks grundsätzlich überbaut werden darf. Weitere Regeln des Bebauungsplans bleiben zu beachten.

  • Grundschuld

    Grundpfandrecht, das häufig zur Sicherung eines Immobiliendarlehens dient. Nach Rückzahlung des Kredits wird es nicht automatisch aus dem Grundbuch entfernt.

  • Grundsteuer

    Kommunale Steuer auf Grundbesitz. Ihre Höhe wird aus den gesetzlichen Bewertungsgrundlagen und dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde berechnet.

H

  • Hausgeld

    Regelmäßige Zahlung von Wohnungseigentümern für gemeinschaftliche Kosten, Verwaltung und Rücklagen. Abrechnung und Wirtschaftsplan zeigen die Zusammensetzung.

  • Hypothek

    Grundpfandrecht, das unmittelbar an eine bestimmte Forderung gebunden ist. In der Finanzierungspraxis wird häufig stattdessen die flexiblere Grundschuld genutzt.

I

  • Instandhaltungsrücklage

    Von einer Wohnungseigentümergemeinschaft angesparte Mittel für künftige Erhaltungsmaßnahmen am Gemeinschaftseigentum.

J

  • Jahresrohertrag

    Summe der nachhaltig erzielbaren jährlichen Einnahmen vor Abzug der Bewirtschaftungskosten. Sie ist eine Größe in der Ertragswertermittlung.

K

  • Kaufnebenkosten

    Zusätzliche Erwerbskosten neben dem Kaufpreis, insbesondere Steuern, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerprovision. Die konkrete Höhe hängt vom Fall ab.

  • Kaufpreisfälligkeit

    Zeitpunkt, zu dem der Kaufpreis nach den Bedingungen des notariellen Vertrags zu zahlen ist. Der Notar informiert die Beteiligten, wenn die vereinbarten Voraussetzungen vorliegen.

  • Kubatur

    Rauminhalt eines Gebäudes in Kubikmetern. Er kann bei Planung, Bewertung und Versicherung als zusätzliche Größenangabe dienen.

L

  • Lastenfreistellung

    Ablösung oder Löschung nicht zu übernehmender Grundbuchbelastungen im Zuge des Verkaufs. Der notarielle Vertrag regelt das Verfahren.

  • Löschungsbewilligung

    Erklärung des Berechtigten, häufig einer Bank, dass ein eingetragenes Recht im Grundbuch gelöscht werden darf.

M

  • Makleralleinauftrag

    Vereinbarung, mit der ein Eigentümer für einen bestimmten Zeitraum einen Makler exklusiv mit der Vermarktung beauftragt. Leistungsumfang und Pflichten sollten klar geregelt sein.

  • Maklerprovision

    Vergütung für eine erfolgreiche Maklerleistung. Wer sie in welcher Höhe trägt, richtet sich nach Objektart, Vereinbarung und den gesetzlichen Vorgaben.

  • Marktwert

    Geschätzter Preis, der unter gewöhnlichen Marktbedingungen zu einem bestimmten Stichtag erreichbar erscheint. Er ist nicht mit Wunsch-, Beleihungs- oder Versicherungswert gleichzusetzen.

N

  • Nießbrauch

    Umfassendes Recht, eine Sache zu nutzen und Erträge daraus zu ziehen, ohne Eigentümer zu sein. Bei Immobilien wird es regelmäßig im Grundbuch gesichert.

  • Notaranderkonto

    Treuhandkonto eines Notars für die Abwicklung eines Kaufpreises. Es wird nur eingesetzt, wenn ein berechtigtes Sicherungsinteresse besteht.

  • Notartermin

    Termin zur Beurkundung des Immobilienkaufvertrags. Der Notar erläutert den Vertrag neutral und dokumentiert die Erklärungen der Beteiligten.

  • Nutzfläche

    Fläche, die bestimmten Nutzungen dient, aber nicht zwingend als Wohnfläche zählt, etwa Lager-, Technik- oder Gewerbeflächen. Maßgeblich ist die verwendete Berechnungsgrundlage.

O

  • Objektunterlagen

    Dokumente zur rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Prüfung einer Immobilie, etwa Grundbuchauszug, Pläne, Energieausweis und bei Wohnungen WEG-Unterlagen.

P

  • Pacht

    Zeitweise Überlassung einer Sache oder eines Betriebs gegen Entgelt. Anders als bei der Miete kann die Vereinbarung auch das Recht umfassen, Erträge zu erwirtschaften.

  • Provisionsteilung

    Aufteilung einer Maklerprovision zwischen den Parteien. Für bestimmte Wohnimmobiliengeschäfte mit Verbrauchern gelten besondere gesetzliche Regeln.

R

  • Realteilung

    Vermessungs- und grundbuchrechtliche Aufteilung eines Grundstücks in selbstständige Flurstücke. Planungsrecht und Erschließung müssen dabei geprüft werden.

  • Rendite

    Verhältnis von Ertrag zu eingesetztem Kapital. Welche Renditekennzahl sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Kosten und Zeiträume berücksichtigt werden.

  • Reservierungsvereinbarung

    Vereinbarung, eine Immobilie vorübergehend nicht anderweitig anzubieten. Inhalt, Dauer, Entgelt und rechtliche Bindung sollten sorgfältig geprüft werden.

S

  • Sanierungsstau

    Über längere Zeit aufgeschobene Instandsetzung oder Modernisierung. Für eine Bewertung werden Umfang, Dringlichkeit und Kostenrisiko sachlich eingeordnet.

  • Schufa

    Private Wirtschaftsauskunftei in Deutschland. Ihre Informationen können bei einer Bonitäts- oder Finanzierungsprüfung eine Rolle spielen.

  • Sondereigentum

    Bereiche einer Wohnungseigentumsanlage, die einem Eigentümer allein zugeordnet sind. Die Teilungserklärung grenzt sie vom Gemeinschaftseigentum ab.

  • Sondernutzungsrecht

    Befugnis eines Eigentümers, einen Teil des Gemeinschaftseigentums allein zu nutzen, etwa einen Gartenbereich oder Stellplatz.

  • Spekulationssteuer

    Umgangssprachliche Bezeichnung für Einkommensteuer auf bestimmte private Veräußerungsgewinne. Ob sie anfällt, hängt unter anderem von Haltedauer und Nutzung ab.

T

  • Teilungserklärung

    Notariell beglaubigte oder beurkundete Erklärung, die ein Gebäude in Wohnungs- oder Teileigentum aufteilt und die Zuordnung von Flächen beschreibt.

  • Teilungsversteigerung

    Gerichtliches Verfahren zur Aufhebung gemeinschaftlichen Eigentums, beispielsweise bei einer Erbengemeinschaft oder Trennung. Vorher sollten einvernehmliche Alternativen geprüft werden.

  • Tilgung

    Teil einer Darlehenszahlung, der die Restschuld reduziert. Höhe und Verlauf bestimmen zusammen mit dem Zins die Laufzeit und Gesamtkosten.

U

  • Übergabeprotokoll

    Dokumentation der Immobilienübergabe mit Schlüsseln, Zählerständen, Unterlagen und festgehaltenem Zustand. Beide Seiten sollten eine Ausfertigung erhalten.

  • Umschreibung

    Eintragung des Käufers als neuer Eigentümer im Grundbuch. Sie erfolgt nach Erfüllung der vertraglichen und behördlichen Voraussetzungen.

V

  • Valutierung

    Tatsächliche Auszahlung eines zugesagten Darlehens. Voraussetzungen und Zeitpunkt richten sich nach Kreditvertrag und Verwendungszweck.

  • Verkehrswert

    Gesetzlich definierter Wertbegriff für den Preis, der zu einem Stichtag im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbar wäre. Besondere persönliche Verhältnisse bleiben außer Betracht.

  • Vorfälligkeitsentschädigung

    Mögliche Entschädigung eines Kreditinstituts bei vorzeitiger Rückzahlung eines fest verzinsten Darlehens. Voraussetzungen und Berechnung sind rechtlich geregelt.

  • Vorkaufsrecht

    Recht, unter festgelegten Voraussetzungen anstelle eines Dritten in einen Kaufvertrag einzutreten. Es kann vertraglich oder gesetzlich begründet sein.

W

  • WEG

    Abkürzung für Wohnungseigentumsgesetz und häufig auch für die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer. Der Zusammenhang zeigt, welche Bedeutung gemeint ist.

  • Wertgutachten

    Nachvollziehbar begründete Wertermittlung, häufig durch einen qualifizierten Sachverständigen. Zweck und erforderliche Tiefe bestimmen Form und Verfahren.

  • Wohnflächenverordnung

    Regelwerk für die Berechnung von Wohnfläche in bestimmten Anwendungsbereichen. Dachschrägen, Balkone und weitere Flächen werden nach festgelegten Kriterien berücksichtigt.

  • Wohnrecht

    Recht, eine Immobilie oder einen Teil davon zu bewohnen. Wird es im Grundbuch gesichert, bindet es grundsätzlich auch spätere Eigentümer.

  • Wohnungsgeberbescheinigung

    Bestätigung des Wohnungsgebers über den Einzug eines Bewohners zur Vorlage bei der Meldebehörde. Inhalt und Fristen richten sich nach dem Melderecht.

Z

  • Zinsbindung

    Zeitraum, in dem der vereinbarte Sollzins eines Darlehens unverändert bleibt. Danach wird für eine Restschuld gegebenenfalls eine Anschlussfinanzierung benötigt.

  • Zustandsnote

    Zusammenfassende Einordnung des baulichen und technischen Objektzustands. Sie sollte auf dokumentierten Merkmalen statt auf einem pauschalen Eindruck beruhen.

  • Zwangsversteigerung

    Gerichtliche Verwertung einer Immobilie, häufig zur Befriedigung von Gläubigern. Ablauf, Risiken und Gebotsbedingungen unterscheiden sich deutlich von einem freien Verkauf.

  • Zweckerklärung

    Vereinbarung darüber, welche Forderungen eine Grundschuld absichert. Sie verbindet das abstrakte Grundpfandrecht mit dem konkreten Sicherungszweck.

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